Liebe Leserinnen und Leser,
mit unserem neuen Newsletter „Aktuelles aus dem LBIT“ möchten wir Sie künftig regelmäßig über Neuigkeiten, aktuelle Entwicklungen und praktische Angebote rund um die digitale Barrierefreiheit informieren. Der Newsletter erscheint zweimal jährlich und berichtet insbesondere über neue Unterstützungs- und Beratungsangebote, Projekte, Arbeitshilfen sowie weitere Aktivitäten des LBIT.
Dabei möchten wir Ihnen nicht nur einen kompakten Überblick über unsere Arbeit geben, sondern auch konkrete Anregungen und Hilfestellungen für die praktische Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit vermitteln.
Das LBIT stellt sich vor
Das Landeskompetenzzentrum Barrierefreie IT (LBIT) ist die zentrale Anlaufstelle des Landes Hessen für Fragen rund um die digitale Barrierefreiheit. Es ist beim Regierungspräsidium Gießen angesiedelt und unterstützt insbesondere die öffentlichen Stellen in Hessen dabei, digitale Angebote barrierefrei zu gestalten und die gesetzlichen Anforderungen an die digitale Barrierefreiheit umzusetzen.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen dabei nicht nur die rechtlichen und technischen Anforderungen. Ein wesentliches Ziel des LBIT ist es, digitale Barrierefreiheit in der Praxis verständlich und umsetzbar zu machen. Hierzu entwickeln und bündeln wir Beratungs- und Unterstützungsangebote, Arbeitshilfen, Informationsmaterialien und weitere praxisorientierte Angebote für unterschiedliche Anwendungsbereiche.
Thematisch reicht unsere Arbeit von barrierefreien Webseiten und mobilen Anwendungen über barrierefreie elektronische Dokumente bis hin zur Berücksichtigung von Barrierefreiheit bei der Entwicklung und Beschaffung von IT-Lösungen. Darüber hinaus informiert das LBIT über die Bedeutung digitaler Barrierefreiheit, sensibilisiert für das Thema und unterstützt dabei, entsprechende Kompetenzen und Strukturen innerhalb der öffentlichen Verwaltung weiter auszubauen.
Zum LBIT gehören außerdem die Überwachungsstelle für barrierefreie Informationstechnik sowie die Durchsetzungsstelle. Damit verbindet das LBIT Beratung, Information und Unterstützung mit den gesetzlichen Aufgaben zur Überwachung und Durchsetzung der digitalen Barrierefreiheit in Hessen.
Mit unseren Angeboten möchten wir dazu beitragen, digitale Barrierefreiheit von Beginn an mitzudenken und dauerhaft in Prozessen und Strukturen zu verankern – damit digitale Informationen und Dienstleistungen möglichst von allen Menschen selbstständig genutzt werden können.
Vorstellung der EzB-Servicestelle des LBIT
Die EzB-Servicestelle des LBIT unterstützt alle Organisationseinheiten der Hessischen Landesverwaltung bei der Erstellung und Prüfung von „Erklärungen zur Barrierefreiheit“ (EzB). Als zentrale Anlaufstelle bietet die Servicestelle eine kostenlose Überprüfung Ihrer Erklärung zur Barrierefreiheit an.
Die EzB-Servicestelle des LBIT prüft, ob Ihre EzB alle erforderlichen Angaben enthält und den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Hierbei handelt es sich nicht um eine technische Barrierefreiheitsprüfung gemäß § 3 BITV HE, sondern um eine Dokumentationsprüfung gemäß § 4 BITV HE.
Sie erhalten eine unverbindliche Einschätzung darüber, ob Ihre EzB die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Bei Interesse stehen wir Ihnen gerne per E-Mail unter
lbit.beratung@rpgi.hessen.de zur Verfügung.
Weitere Informationen: EzB-Servicestelle
LBIT Online-Austausch für Kommunen
Seit eineinhalb Jahren gibt es den „LBIT Online-Austausch – barrierefreie Gestaltung von Webseiten“ für Mitglieder der hessischen Landesverwaltung. Am 18.03.2026 startete zusätzlich der „LBIT Online-Austausch für Kommunen“.
Dabei werden die Themen der bisherigen Reihe für eine weitere Zielgruppe aufbereitet. Im Fokus stehen sowohl Grundlagen der Web-Barrierefreiheit – wie etwa Textalternativen für Bilder oder die Verwendung von HTML-Strukturelementen – als auch der direkte Austausch mit den Kommunen.
Neben der inhaltlichen Wissensvermittlung ist es ein zentrales Anliegen, den konkreten Beratungsbedarf der Kommunen besser zu verstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, das Unterstützungsangebot des LBIT gezielt weiterzuentwickeln und noch passgenauer auszurichten.
Weitere Informationen: LBIT Online-Austausch für Kommunen
LBIT baut Beratungsangebot für Kommunen aus
Das LBIT baut sein Beratungsangebot für Kommunen weiter aus: Nach dem erfolgreichen Start des Formats „LBIT Online-Austausch für Kommunen“ im März 2026 folgt nun ein weiteres Angebot.
In Kooperation mit der Geschäftsstelle Smarte Regionen des Hessischen Ministeriums für Digitalisierung und Innovation (HMD) können Kommunen über den „Digi-Expert-kommunal“ einen Termin für eine kostenfreie Ad-hoc-Beratung zu verschiedenen Themen der digitalen Daseinsvorsorge buchen. Das Beratungsspektrum reicht dabei von IT-Sicherheit über Open Source und Datenplattformen bis hin zu Change-Management und Digitalstrategie. Das Fachberaterteam des LBIT erweitert das Angebot zusätzlich um das Thema digitale Barrierefreiheit als wichtigen Aspekt bei allen Digitalisierungsfragen.
Damit wird das Angebot an bedarfsgerechter, kostenfreier und praxisnaher Beratung für hessische Kommunen um einen weiteren wesentlichen Baustein erweitert.
Weitere Informationen: digi-expert-kommunalÖffnet sich in einem neuen Fenster
KERN-UX-Standard wird bundesweites Produkt – aktueller Beschluss stärkt die digitale Barrierefreiheit
Mit dem Beschluss der 50. Sitzung des IT-Planungsrats wird KERN UX nun offiziell als Produkt des IT-Planungsrats weitergeführt. Das ist ein aktuelles und wichtiges Signal: Der Standard, der bereits seit 2023 von Hamburg und Schleswig-Holstein aufgebaut wurde, wird damit auf eine bundesweit tragfähige Grundlage gestellt.
KERN ist ein Open-Source-Design-System für digitale Verwaltungsangebote. Es bietet wiederverwendbare, geprüfte UX-Komponenten, mit denen Anwendungen schneller, kostengünstiger und nutzerfreundlicher entwickelt werden können. Besonders relevant für die Barrierefreiheit: Die Komponenten sind nach BITV 2.0 geprüft und unterstützen eine Entwicklung „by Design“ – Barrierefreiheit wird also nicht nachträglich ergänzt, sondern von Anfang an mitgedacht.
Dass der IT-Planungsrat KERN jetzt als Produkt übernimmt, ist mehr als ein organisatorischer Schritt. Es zeigt, dass digitale Barrierefreiheit auf Bundesebene strategisch wichtiger wird und nicht länger von einzelnen Projekten abhängt. Für Verwaltungen bedeutet das: Sie können künftig auf einen gemeinsamen Standard setzen, statt Barrierefreiheit in jedem Vorhaben neu und unterschiedlich umzusetzen.
Für die Praxis bringt das klare Vorteile. Einheitliche Komponenten verbessern die Qualität digitaler Angebote, reduzieren den Entwicklungsaufwand und schaffen mehr Verlässlichkeit für Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig bleibt genügend Spielraum für eigene Markenauftritte von Bund, Ländern und Kommunen. Genau diese Verbindung aus Standardisierung und Flexibilität macht KERN zu einem starken Instrument für eine inklusive digitale Verwaltung.
Für das LBIT ist diese Entwicklung besonders relevant, da sie unmittelbar an ein zentrales Anliegen des LBIT anknüpft: digitale Angebote so zu gestalten, dass sie für alle Menschen nutzbar sind. Die aktuelle Entscheidung des IT-Planungsrats zeigt, dass dieser Anspruch zunehmend in verbindliche Strukturen übersetzt wird – und das ist ein wichtiges Signal für die digitale Teilhabe in Deutschland.
Den nächsten Newsletter des LBIT erhalten Sie wieder Anfang März 2027.
Bis dahin verabschiedet sich Ihr Team des Landeskompetenzzentrums Barrierefreie IT des Landes Hessen.
Haben Sie Fragen, Wünsche oder ein konkretes Anliegen, dann schreiben Sie uns gerne an
LBIT@rpgi.hessen.de.