Verstehen & Interagieren

Die hier erklärte Zielgruppe ist sehr divers und umfasst unterschiedlichste Bedürfnisse. Im folgenden Text haben wir uns daher auf die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Untergruppen fokussiert. Dies soll jedoch in keinster Weise eine geringere Wichtigkeit nicht genannter Sachverhalte ausdrücken.

Zur Zielgruppe „Verständnis“ gehören auch Nutzer:innen von Leichter Sprache. Diese Zielgruppe haben wir in einem anderen Dossier bereits näher beleuchtet.

Zugängliche Oberflächengestaltung

Designer:innen, Entwickler:innen und Redakteur:innen haben einen großen Einfluss auf die Bedienbarkeit digitaler Angebote. Ein Hauptpunkt in der barrierefreien Gestaltung ist die Reduzierung der Informationsdichte. Häufig können die gleichen Informationen in einer reduzierten und strukturierten Weise besser aufgenommen werden. Zudem werden so ungewollte Interpretationen vermieden, da eine klare Wort- und Bildsprache vorhanden ist.

Animationen, Geräusche und andere interaktive Elemente sollten immer bewusst eingesetzt werden, da viele Nutzer:innen davon abgelenkt oder sogar beeinträchtigt werden können, beispielsweise bei Epilepsie. Zusätzliche Komponenten sind jedoch immer dann besonders sinnvoll, wenn sie die Funktion beziehungsweise den Ablauf von Inhalten und Interaktionen beschreiben.

Bei allen anklickbaren Komponenten ist dabei zu beachten, dass sie auch von Nutzer:innen mit Einschränkungen im Bereich der Gliedmaßen, Koordinationsproblemen und Spastiken bedient werden können. Konkret bedeutet dies eine Target sizeÖffnet sich in einem neuen Fenster von 44 mal 44 Pixeln. Für Personen, die mit einem Spracherkennungsprogramm arbeiten, ist es wichtig, dass sämtliche Bedienelemente klar beschriftet sind. Sprachsteuerungsprogramme können Sprachbefehle nur ausführen, wenn Elemente wie Links und Buttons semantisch hinterlegt werden.

Welche Hilfsmittel und Lösungen gibt es?

Diese Zielgruppe nutzt am Computer häufig eine Spracherkennungssoftware, speziell angepasste Tastaturen oder Hilfsmittel wie Kopfmäuse. Viele Nutzer: innen navigieren mithilfe der Tab-Taste von Element zu Element. Designer:innen und Entwickler:innen tragen hier eine besondere Verantwortung, Anwendungen intuitiv und barrierefrei zu gestalten. Für Personen der Zielgruppe „Neurodivergenz“ können bereits klare Strukturen und ablenkungsfreie Gestaltungen eine höhere Zugänglichkeit erwirken.

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